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Zunge-raus

»Zungenrede« - das sagen wir dazu!

Stellungnahme der Jakobus-Gemeinde

zu einem Thema, das uns wichtig ist.

Einführung:

Was denn, eine offizielle Stellungnahme? In der Jakobus-Gemeinde wollen wir eine Gemeinschaft von Nachfolgern Jesu sein, die nach Seinen Geboten lebt. In dieser Gemeinschaft beeinflusst jeder den anderen – positiv oder negativ. Deshalb haben wir Grundwerte und Positionen erarbeitet, die uns wichtig sind.

Zungenrede – was ist das eigentlich?

Zungenrede oder das Reden in »anderen« Sprachen meint in der Bibel verschiedene Dinge. Das Wort »Glossolalie« ist ein griechisches Wort, das aus den Worten für »Zunge/Sprache« und »sprechen« zusammengesetzt ist.

Einmal wird es im Zusammenhang mit dem Sprechen einer Sprache gemeint, die der Sprecher allerdings nie gelernt hat. Die Apostel beispielsweise predigen in ihrer Muttersprache, die Zuhörer anderer Nationalität verstehen sie aber in ihrer eigenen Sprache.

Zum anderen wird darunter aber auch das Sprechen in einer Sprache verstanden, die es so auf der Erde nicht gibt – ein Sprechen also in unbekannter Sprache, nur für Gott selbst verständlich.

Dieses Phänomen kennen auch andere Religionen. Der Volksislam Nordafrikas, der mystische Islam der Sufis – selbst von Buddha wird überliefert, dass seine Reden von allen (fremden) Menschen, sogar von den Tieren verstanden wurden. In der frühen Kirche gibt es Hinweise, dass etwa bis ins 4. Jahrhundert diese Gabe praktiziert wurde. Allerdings ist die Quellenlage dürftig, es scheint kein “großes” Thema gewesen zu sein. Dann verschwindet es aus der Kirchengeschichte, um dann in der Zeit der Aufklärung erneut aufzutauchen.

Das mit den Fremdsprachen ist doch toll!

Auf jeden Fall. Gott will, dass die Botschaft von Jesus Christus in jeder Sprache und damit allen Völkern verkündet wird. Diese Wahrheit ist eine zentrale Wahrheit der Schrift. Das »wie« und »in welcher Sprache« tritt dagegen in den Hintergrund.

Dann verstehe ich aber die Konflikte um die Zungenrede nicht...

Zum Problem wurde nicht das Reden in anderen, bekannten Sprachen. Streitig wurde die Zungenrede, wenn Menschen in unbekannten Sprachen reden.

Ist das denn überhaupt biblisch?

In der Bibel gibt es beispielsweise im 1. Korintherbrief Hinweise darauf, dass zum Beispiel in der Gemeinde in Korinth Gott in unbekannten Sprachen angebetet wurde. Paulus verbietet diese Praktik nicht, mahnt aber eine gewisse Ordnung an. Klar ist aber auch: Es ist kein zentrales Thema der Bibel.

Aber was soll das Beten in unbekannten Sprachen denn bringen?

Moment mal, vielleicht solltest Du Dir die Einleitung noch einmal durchlesen. Dort geht es um das gegenseitige Ermutigen, um Werte, die wir in dieser Gemeinde teilen wollen. Einer der Werte ist, dass wir nicht nur nach dem Nutzen fragen. Gnadengabe nennt Paulus das – und eine der Bedeutungen ist, dass Gott uns mit Unverdientem, manchmal auch Unbekanntem beschenkt. Ein anderer Wert ist, dass wir die vielen Möglichkeiten Gottes anerkennen, einen Weg mit jedem Menschen zu gehen. Auch das ist Gnade – einen sehr gefühlvollen Menschen wird Gott einen anderen Weg führen als einen sehr rationalen Menschen. In all dem ist uns wichtig: Jesus Christus ist das Ziel, die Wahrheit und das Leben. So predigen es die Apostel an Pfingsten - das wollen wir predigen.

Aber was bedeutet das praktisch?

Das bedeutet, dass wir Geschwister, die in Zungen beten, nicht abwerten. Wir wollen nicht die Spaltungen nachvollziehen, die die christliche Kirche oft geschwächt haben. Schon gar nicht unterstellen wir, dass Zungenrede als solches dämonisch ist. Um ein solches Urteil zu fällen bräuchte es ja eine weitere Gnadengabe, die der Geisterunterscheidung...

Ist ja auch krass, so ein Urteil.

Ja. Aber vielleicht verstehst Du das, wenn Du einmal für unsere Glaubenstradition extreme Gottesdienste mit Schreien, Zucken, Rollen und dann noch unbekannten Sprachen erlebt hast. Das kann Dich genauso aus der Bahn werfen wie ein kalter und distanzierter, nur den Intellekt ansprechender Gottesdienst...

Aber praktiziert Ihr in den Gottesdiensten der Jakobusgemeinde die Zungenrede?

Wir wollen auch nicht auf der anderen Seite vom Pferd fallen. Wir glauben nämlich auch nicht, dass nur die Ausübung der Gabe der Zungenrede beweist, dass Christen mit dem Heiligen Geist erfüllt sind bzw. jeder, der diese Gabe nicht hat, auch nicht mit Gottes Geist erfüllt ist.

Auch deshalb praktizieren wir die Zungenrede in unseren Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen nicht. Wir halten es da mit Paulus. Der sagt, er wolle lieber wenige verständliche Worte reden als viele Worte in unbekannten Sprachen. Denn, so sagt er, wir sollten einladende und hingehende Gemeinde sein – und wie verständlich wären wir für Menschen, die Gott noch nicht kennen, wenn wir zu ihnen in unbekannten Sprachen sprächen?

Also wenn, dann eine private Gabe?

Ja. Nicht, weil man sich dafür schämen müsste, oder weil sie unwichtig wäre – aber es gehört in den intimen Bereich, Gott mit Worten zu loben, die man eigentlich nicht hat. Es hat etwas von der Mystik, nach der sich viele Menschen in unserer Zeit und in unseren Gemeinden sehnen. Dieses Sehnen nach dem Geheimnisvollen macht uns nicht zu besseren und nicht zu schlechteren Christen. Allerdings sollten nicht mein persönliches Sehnen, sondern Jesus Christus und das Wohl und die Einheit seiner Gemeinde im Mittelpunkt unseres Glaubensweges stehen.

Schriftstellen zum Nachlesen (Auswahl!)

Markus 16 : 17

Apostelgeschichte 2 : 1 – 13; 10 : 44 – 48; 19 : 6

1. Korinther 13:1; 14 : 2 ff.

Die Jakobus-Gemeinde ist eine evangelische Freikirche. Das bedeutet, dass rechtlich und organisatorisch gegenüber dem Staat das Prinzip der Selbstverwaltung und Selbstfinanzierung vertreten wird. Im Gegensatz zu Sekten vertreten die Freikirchen keine Sonderlehren.

Die Jakobus-Gemeinde und ihre Mitglieder wollen durch ihr Leben klar auf Jesus Christus hinweisen. Sündenvergebung, echter Friede und ewiges Leben kann nur durch Ihn geschenkt werden.

Deshalb fordern wir unsere Mitmenschen heraus:

Lasst Euch versöhnen mit Gott!

Wir wissen, dass ein Leben als Jünger Jesu nicht einfach ist. Schließlich wollen wir auch die für uns unbequemen Gebote Gottes ernst nehmen. Deshalb ist uns die Ermutigung in Kleingruppen und die Gemeinschaft untereinander so wichtig. Wir ermutigen einander, in Hauskreisen, ALPHA-Kursen, Gottesdiensten, Gebets- und Dienstgruppen nach Gemeinschaft und dem Willen Gottes für das eigene Leben zu suchen.

Wir wollen von unserem Glauben erzählen. Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wollen wir eine geistliche Heimat bieten, in der sie Gottes Liebe entdecken und leben können.

Leben mit Gott ist das ultimative Abenteuer. Wir laden Sie dazu ein: Mutig zu beginnen und durch die Führung des Heiligen Geistes ein erfülltes Leben zu führen.

                                            Wolfgang Schwarzfischer, Pastor

 

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