LogoNaza
Horizont___Text

12305 Berlin-Lichtenrade / John-Locke-Straße 48

Warum lässt Gott das zu?

Madchen_schraffiert_Rah

Was denn, eine offizielle Stellungnahme? In der Jakobus-Gemeinde wollen wir eine Gemeinschaft von Nachfolgern Jesu sein, die nach Seinen Geboten lebt. In dieser Gemeinschaft beeinflusst jeder den anderen – positiv oder negativ. Deshalb haben wir Grundwerte erarbeitet, die uns wichtig sind.

Naturkatastrophen, Seuchen, Kriege, Krankheit, Missbrauch ... - warum lässt ein angeblich liebender Gott das alles zu ?

Ich weiß es nicht.

Aber gibt es nicht irgendeinen Erklärungsversuch ?

Sicher, Christen suchen ja seit 2000 Jahren nach einer Antwort – also gibt es auch Erklärungen. Aber die greifen alle zu kurz, wenn eine Mutter ihr totes Kind beweint. Da gibt es keine für uns Menschen rational fassbare Antwort.

Und warum glaubst Du dann überhaupt noch an einen liebenden Gott ?

Das Neue Testament erzählt von Jesus, der über den Tod eines Freundes weint; von einem Jesus, der über die Stadt Jerusalem und ihre Bewohner weint. Dieses Mitfühlen und Mitleiden und in letzter Konsequenz sogar Mitsterbens des Gottessohnes spricht zu mir von einem liebenden Gott – liebevoller sogar als ein Gott, der alles Leid verhindert.

Aber er könnte dieses Leid verhindern ?

Ja, denn der biblische Gott ist allmächtig. Und trotz dieser Allmacht, trotz seiner Liebe zu uns Menschen lässt Er unser Leben in einer gefallenen Welt zu.

Was meinst Du mit “gefallene Welt”?

Die Bibel erzählt uns, das sich der Mensch gegen das Leben mit Gott entscheidet. Damit zerschneidet er das Band des Lebens - und Sünde, Tod und Leid kommt über ihn und seine Mitmenschen. Aber nicht nur der Mensch, die gesamte Schöpfung einschließlich Tieren und Pflanzen leidet dem zu Folge. Die von Gott gewollte Weltordnung ist zerstört, und Naturkatastrophen sind Symptom dieser Zerstörung. Es geht hier also nicht um Strafe (so interpretierte man Leid oft), sondern um die Folge eines Lebens ohne Gott.

Aber dann ist ja alles sinnlos, Leiden wird niemals enden !

Doch, denn diese Welt wird vergehen und einer neuen, leidlosen Welt Platz machen. Gottes ursprünglicher Plan wird dann Realität.

Das klingt wie eine Vertröstung auf die ewigen Jagdgründe ...

Wenn der Mensch unsterblich ist, wie es die Bibel behauptet, dann lass mich das mal weiter denken. Denn dann findet nur ein winziger Teil unseres Lebens auf dieser Erde statt. Und dann werden wir immer frustriert sein, wenn wir schon und nur in diesem Leben auf 

Gerechtigkeit hoffen. Wenn wir in dieser Welt ein leidloses Leben erwarten, dann leben wir einfach an der Realität des Lebens vorbei. Aber im christlichen Verständnis ist das Leben mit dem Tod nicht zu Ende – ein besseres Leben kommt.

Gott verspricht, dass es eine Gerechtigkeit geben wird, ein Ende des Leidens. Aber auf dieser Welt, in diesem kurzen Leben werden wir das nicht erleben. Und jeder, der etwas anderes verspricht - ... lügt! Und noch eins: Das Wort “Vertröstung trifft es nicht.

Und warum nicht ?

Vertröstung bedeutet, alles hinzunehmen wie es ist. Das tut Gott gewiss nicht, und das tat auch Jesus nicht. Die Botschaft von Jesus macht diese Welt ja gerade hoffnungsvoller. Sie aktiviert Menschen, das Gute zu suchen und zu tun. Sie prangert Ausbeutung und Ungerechtigkeit an und versucht schon hier, eine Ahnung der neuen Welt Gottes real entstehen zu lassen. Die Botschaft Jesu bekämpft die Sünde – und sie führt Leidende zusammen zu einer neuen Gemeinschaft.

Wie das ?

Leid gibt uns die Gelegenheit, mitzufühlen und mitzuleben. Das sagt uns Jesus deutlich. Er fordert uns auf nicht bei der Frage der Schuld stehen zu bleiben, wie das heute viele Menschen tun: “Gott ist schuld”, oder” Der ist selbst schuld”, oder “Die anderen sind schuld ....

Gott dagegen will, dass wir hinsehen, miteinander weitergehen und miteinander leben: Weint mit den Weinenden – tragt ihr Leid mit. Leid ist also nicht „nur“ eine Prüfung für den Leidenden, sondern auch für seine Mitmenschen. Leid gibt uns auch die Gelegenheit, Gutes dem Bösen entgegenzusetzen.

Aber ich bin dem Leid doch so ausgeliefert.

Zum einen hat Gott natürlich auch dem Leid Grenzen gesetzt. Schmerz und Leiden, auch Sterben sind durch Gottes Gnade nicht unendlich. Eine schreckliche Antwort, wenn ich als Betroffener gerade in einer solchen Situation bin – aber trotzdem: Leid wird enden, ich bin ihm nicht ewig ausgeliefert.

Zum anderen sind wir alle in unserem Leben durch leidvolle Situationen hindurchgegangen. Bei vielen Menschen habe ich gesehen, dass diese Situationen ihrem Leben nicht Sinn genommen, sondern Sinn gegeben haben. Gesundheit und gelungene Pläne sind eben nicht der Sinn unseres Lebens – und manchmal erkennen wir das auch – oder vielleicht nur - im Leid.

Na, dann ist das Leiden sogar ganz gut ...

Nein, sicher nicht, denn – noch einmal – es kommt in der perfekten Welt Gottes nicht vor. Aber wie so viel Gefallenes kann Gott es nutzen, um den Blick von Menschen auf sich zu ziehen; sie näher in die Gemeinschaft mit Ihm zu führen.

Es ist – auch wenn das pathetisch klingt – an jedem von uns, diese Möglichkeit zu nutzen. Wir entscheiden auch bei scheinbar überwältigendem Leid, ob es uns festhält, oder ob wir unser Leben weiter und vielleicht sogar freier leben können.

Schriftstellen zum Thema: 

1. Mose 3 : 15 – 19     Jona 2 : 5 – 10       Habakik 1 : 3 - 4

Lukas 13 : 1 – 5       Römer 8 : 35 – 39    Offenbarung 21 : 1 – 7

auch: Texte von D. Bonhoeffer und C.S. Lewis

 

 

 

[Home] [Termine] [Gemeinde & Glaube] [Gemeindeleben] [Zeugnisse I] [Zeugnisse II] [Zeugnisse III] [Hauskreise] [Mission] [Heiße Eisen] [Gleiche Religionen?] [Warum lässt Gott das zu?] [Abtreibung] [Die Ehe] [Frauen] [Homosexualität] [Kindererziehung] [Scheidung] [Sterbehilfe] [Suizid] [Pornografie] [Ökumene] [Zungenrede] [Events+Kurse] [Impressum]