LogoNaza
Horizont___Text

12305 Berlin-Lichtenrade / John-Locke-Straße 48

Scheiduklein

Einführung:

Was denn, eine offizielle Stellungnahme? Gehört dieses Thema nicht in die Privatsphäre eines jeden Einzelnen? Doch, da gehört es auch hin. Aber in der Jakobus-Gemeinde wollen wir eine Gemeinschaft von Nachfolgern Jesu sein, die nach Seinen Geboten lebt. In dieser Gemeinschaft beeinflusst jeder den anderen – positiv oder negativ. Deshalb haben wir Grundwerte erarbeitet, die uns wichtig sind.

Gottes Ideal für die Ehe – wo bleibe ich denn da ?

Gott hat tatsächlich ein Ideal für unsere Ehen. Er formuliert es bereits auf den ersten Seiten der Bibel. Ein Geist und ein Fleisch sollen die Ehepartner sein, die Bindung an die Herkunftsfamilie lockern und selbst mit ihrer Ehe etwas Neues schaffen. Lebenslang soll die Ehe gelten. Und schließlich: Wie Gott das Paradies schuf und belebte, so sollen die Ehepartner für ihre Ehe sorgen und sie mit Leben füllen. Und, so versprechen sich es ja die Ehepartner bei einer kirchlichen Eheschließung.

Wo bleibe ich? Nun, wir Menschen denken manchmal falsch. Keinesfalls  müssen wir unser Glück gegen Gott durchsetzen. Im Gegenteil, Gott wünscht sich uns als glückliche und gehorsame Kinder.

Noch etwas: Auch in einer schwierigen Ehe gilt ein “Wir”. Das “Ich” betonen Menschen, Gott ermöglicht ein Zusammenwachsen zum “Wir”.

Aber die Wirklichkeit sieht doch anders aus?!?

Ja, ganz zweifellos sind die Statistiken nicht sehr ermutigend. Auf drei geschlossene Ehen kommt in Deutschland eine Scheidung, in den Großstädten werden zwei Ehen geschlossen und eine geschieden. Und das stellt uns als Christen vor eine wichtige Entscheidung: Arbeiten wir dafür, dass sich die Wirklichkeit Gottes Ideal wieder annähert – oder passen wir Gottes Ideal der jeweiligen Wirklichkeit an ? Für die erste Alternative stehen wir in der Jakobus-Gemeinde ein.

Was kann man denn machen?

Wir ermutigen die künftigen Ehepartner, ihre Motive zu prüfen. Falls gewünscht, begleiten wir sie vor und nach der Heirat mit Gespräch, Gebet und Seelsorge. Wir ermutigen dazu, auch schwierige Ehezeiten aus- und durchzuhalten. Wir wollen durch gutes Beispiel Menschen befähigen, nicht zu schnell aufzugeben.

Der Grund hierfür ist nicht nur das Ideal Gottes, sondern auch die Konsequenzen, die eine Scheidung hinterlässt. Niemand sollte glauben, dass man sich “einfach so” scheiden lässt. Es ist ein langer und schrecklich schmerzhafter Prozess für Ehepartner und Kinder. Viele Verletzungen sind noch lange Jahre nach der Scheidung zu spüren. Abgelehnt zu werden von dem Menschen, der uns am Besten kennt – das ist eine Erfahrung, die unser Vertrauen in Gott, andere Menschen und uns selbst zutiefst erschüttern kann.

Was sagt Jesus dazu ?

Im Matthäusevangelium bestätigt Jesus die Unauflöslichkeit der Ehe (außer im Falle von porneio = Unzucht, Missbrauch, Ehebruch). Auch damals kannten die Menschen sogenannte Scheidebriefe. Jesus erinnert nun an das Ideal Gottes: Nichts und niemand kann uns von Gottes Liebe scheiden – und so sollen wir einander ein Leben lang lieben.

Na, dann ist ja alles klar, oder ?

Nein, das ist es leider nicht. Wir leben und lieben in einer Welt, die sich von Gottes Idealen entfernt hat. Und das erleben wir auch in unseren Ehen. Und manchmal sind wir einfach geschlagen und geben auf. Auch in der Bibel sind Beispiele hierfür zu finden. Dort ist von Ehebruch bei David zu lesen, Jesus trifft eine Frau, die von Beziehung zu Beziehung taumelt und doch nie auf die Beine kommt.

Wir müssen in einer gescheiterten Welt also mit dem Scheitern und mit uns Gescheiterten leben. Wir erfahren hierin aber auch die Gnade und Vergebung Jesu Christi.

Und wie sieht das praktisch in der Jakobus-Gemeinde aus ?

Zuerst einmal geben wir auch eine schwierige Ehe nicht verloren. Mindestens solange sie vor dem Staat besteht (trotz Trennung etc.) besteht sie auch vor Gott. Dann wollen wir verstehen, warum eine zweite Ehe angestrebt wird. Die Motive können dafür ja sehr vielfältig sein. Vielleicht erhofft man sich Problemlösungen oder ist das Alleinsein Leid oder braucht einen neuen Partner für das eigene Selbstbild und Selbstbewusstsein. All das ist legitim, kann aber nicht die Basis für eine erste oder zweite Ehe sein.

Wir  unterscheiden auch zwischen Wiederheirat und Neuheirat.

Das heißt konkret: Wiederheirat bedeutet, dass der oder die Geschiedene eine zweite Ehe eingeht, ohne die gescheiterte Ehe aufgearbeitet zu haben. Unter “Aufarbeitung” verstehen wir den schmerzhaften Prozess, Verantwortung für das Scheitern der Ehe zu übernehmen und Konsequenzen aus diesem Scheitern zu ziehen. Dies kann in Buße, Seelsorge oder auch Therapie geschehen. Auch müssen die eigenen Erwartungen an sich selbst und den neuen Partner geprüft und eventuell korrigiert werden. Wir wollen verhindern, dass sich – nur mit einem anderen Partner – gleiche Schemen und damit auch Scheitern wiederholt.

Bei einer Neuheirat hat diese Aufarbeitung stattgefunden. Die vergebende Gnade Jesu ist empfangen worden. Die Eheschließenden sind deshalb bereit, gnädig miteinander umzugehen. Offene Fragen bezüglich der Vergangenheit und Kindererziehung sind geklärt und eventuelle Bindungen gelöst worden.

Klingt gut – aber ist das nicht Haarspalterei ?

Schlimmer, es könnte eine bewusste oder unbewusste Ausrede werden. Manche Menschen neigen dazu, die Fortschritte, die sie machen, zu überschätzen. Das “Nie-Wieder”  kehrt oft erstaunlich schnell in unser Leben zurück.

Außerdem ist mir als Pastor klar, daß ich dem Buchstaben des Gesetzes nicht gerecht werde. Ich kann nur hoffen, dass unsere Handhabung mit dem Geist Jesu übereinstimmt. Vor dem Thron Gottes trage ich Verantwortung und Last. Aber das tue ich in dem Wissen, dass Gottes Gnade einen Neuanfang möglich macht.

Bibelstellen zum Nachlesen:

1. Mose 1 : 26 – 28

1. Mose 2 : 21 – 24

Maleachi 2 : 13 – 16

Matthäus 19 : 3 -9

Johannes 2 : 1 – 11

1. Korinther 7 : 10 - 11

Epheser 5 : 21 – 6 : 4

1. Thessalonicher 4 : 3 – 8

Hebräer 13 : 14

 

 

[Jakobus] [Termine / Neues] [Stellenangebot] [Gemeinde & Glaube] [Gemeindeleben] [Hauskreise] [Mission] [Heiße Eisen] [Gleiche Religionen?] [Warum lässt Gott das zu?] [Abtreibung] [Die Ehe] [Frauen] [Homosexualität] [Kindererziehung] [Scheidung] [Sterbehilfe] [Suizid] [Pornografie] [Ökumene] [Zungenrede] [Events+Kurse] [Impressum]