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Einführung:
Was denn, eine offizielle Stellungnahme? In der Jakobus-Gemeinde wollen wir eine Gemeinschaft von Nachfolgern Jesu sein, die nach Seinen Geboten lebt. In dieser Gemeinschaft beeinflusst jeder den anderen – positiv oder negativ. Deshalb haben wir Grundwerte erarbeitet, die uns wichtig sind.
Warum denn eine Stellungnahme zu diesem Thema ?
Kommt doch einem komisch vor, nicht wahr ? Aber Pornografie geschieht keinesfalls nur im Verborgenen als Randerscheinung. Sie ist vielmehr ein gesellschaftliches Phänomen, das eine große Anzahl von Menschen und weite Teile der Gesellschaft betrifft. Es ist ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor. Geschätzt wird der Jahresumsatz auf $$ 20.000.000.000.- Allein in den USA übertrifft der Umsatz mit Pornofilmen den aller Hollywood-streifen um ein Vielfaches.
Öffentlich wird Pornografie z. B. als Verkaufsstrategie eingesetzt oder Kunst will damit Tabus brechen und Aufmerksamkeit erregen. Nicht öffentlich, aber keineswegs privat (denn auch das betrifft viele Menschen) geschieht Missbrauch an Kindern und – viel öfter – an Frauen; scheitern Ehen und Familien; werden Werte hinfällig und verstricken sich Menschen in die Sucht nach Pornografie.
Was ist Pornografie überhaupt ?
Das griechische Wort „porneio“ wird meist mit Unreinheit übersetzt. Dahinter steht das Konzept einer Infektion, die zu einer Krankheit führt. Die alten Friechen benutzten es für Darstellungen mit unzüchtigen Charakter. Die Bibel benutzt es im Bereich von Homosexualität, Prostitution, Missbrauch und Ehebruch.
Aber heute sind wir doch viel freier ?
Gewandelt hat sich vor allem unser Umgang mit dem Thema. Einerseits deklarieren wir Sexualität als sehr privat, andererseits ist sie unglaublich öffentlich. Das trifft auf Pornografie als Zerrbild der Sexualität eben auch zu.
Biblisch gesehen hat kein Wandel stattgefunden. Es geht Gott nicht so sehr um einzelne Praktiken (obwohl einiges ausdrücklich verboten ist wie z. B. Sodomie, Inzest u.a.), sondern vielmehr um die emotionale und geistige Haltung, die unsere Handlungen motiviert. Auch gesellschaftlich völlig akzeptable Praktiken werden durch Zügellosigkeit und Rücksichtslosigkeit zu Pornografie. Und in die verstrickt und verstrickte sich das Volk Gottes zu allen Zeiten – das hat sich seit den Tagen des Alten Testamentes nicht geändert.
Aber was hat das mit der Jakobus-Gemeinde zu tun ?
Es wäre blauäugig zu behaupten, dass dies alles vor der Kirchentür halt machen würde. Ehebruch und Untreue auf der einen Seite; auf der anderen Seite Menschen, die sich für ihr Verhalten, für ihre Abhängigkeit hassen und zweifeln an der freimachenden Gnade Gottes – das ist sehr real in unseren Gemeinden und eben auch in unserer Gemeinde.
Ohne Menschen bloßstellen zu wollen: Es wäre lieblos, keine Richtung und Hilfe anzubieten – totschweigen kann man Probleme nicht, aber sehr wohl Menschen.
Aber Christen sollten doch nicht ... ?
Richtig, denn Pornographie missbraucht Menschen und ist Sünde. Aber Johannes schreibt ja in seinem Evangelium: Jesus kam nicht in die Welt, um sie zu richten, sondern um sie zu retten. Mit allem, was Christen sollten oder nicht sollten sind wir doch vor allem Menschen, die auf die Rettung durch Jesus angewiesen sind. Es geht Gott nicht um Verurteilung, nicht darum, „Unappetitliches“ noch weiter unter den Teppich zu kehren – Gott geht es um Hilfe !
Gut, aber wenigstens betrifft es nur Männer, oder ?
Konsumenten sind meist Männer, ja. Für Männer ist Pornografie der Zugang in eine virtuelle Welt, in der sie so sein können, wie sie gerne wären. Offensichtlich sind sie dafür auch bereit, die Kosten und Schmerzen und Erniedrigungen, die das für andere bedeutet, auszublenden.
Männer sind vorwiegend als Konsumenten betroffen, das stimmt. Frauen und Kinder sind allerdings auch betroffen – sei es als Opfer der Pornoindustrie, sei es als Opfer der häuslichen Ehe- und Familiensituation, die unter der Untreue des Mannes leidet. Sie sind auch deshalb betroffen, weil Männer in den Familien ihre geistliche Autorität aufgeben.
Was geschieht denn in den Ehen ?
Nach meiner Erfahrung ist das ein Teufelskreis: Unzufriedenheit mit dem Partner (im sexuellen oder auch anderen Bereich) führt zu einer „Neuorientierung“, hier eben in Form von Pornografie. Dies zerstört allmählich das Vertrauensverhältnis und führt zu neuer Unzufriedenheit. Eine Kultur der „Mitschuld“ macht sich breit die erklären soll, warum man ja gar nicht anders handeln konnte. Immer neue Grenzen werden gesucht und überschritten, bis die Ehe am Ende zu Bruch geht.
Und mit dem Einzelnen ?
Verstörend für mich ist die emotionale und soziale Vereinsamung von Menschen. Wahrscheinlich bringt das jede Sucht mit sich. Allerdings ist der Gebrauch von Pornografie in christlichen Kreisen mit enormen Scham- und Schuldgefühlen verbunden, die es dem Betroffenen schwer machen, Hilfe zu suchen, was wiederum die Vereinsamung verstärkt.
Gleichzeitig ist allerdings auch ein Gewöhnungseffekt zu beobachten. Das kann dazu führen, daß immer stärkere Reize, immer härtere Pornografie gesucht wird.
Ist das für Singles – gerade junge Männer, dann nicht besonders schwierig ?
Auf jeden Fall. Einerseits sind da die technischen Möglichkeiten,
z. B. durch das Internet. Andererseits fehlt da auch soziale Kontrolle. Ich sehe aber eine große Chance darin, Freundschaften zu schließen und sich gegenseitig zu stärken. Gruppen wie die „Promise Keepers“ haben hier eine Menge Vorarbeit geleistet und gute Anregungen ins Netz gestellt.
Auch das Gebet der Gemeinde ist da gefragt. Ich bin mehr und mehr davon überzeugt, dass der zu führende Kampf auch geistlich gewonnen werden muss.
Generell gilt: Ich kann nicht etwas aus meinem Leben schmeißen und diesen Platz dann leer lassen – es kommt ärger zurück. Ich muss Spannung, Anregung, Bestätigung, Entspannung im wirklichen Leben erfahren – und das müssen viele von uns erst (wieder) lernen.
Wie kann dieser Kreislauf denn durchbrochen werden ?
Also, ganz wichtig: Er kann durchbrochen werden. Jesus gibt niemanden auf. Er glaubt noch an uns, wenn wir längst keinen Grund mehr dafür sehen.
Studien sagen, dass diejenigen Menschen Versuchungen am Besten widerstehen, die sich ihrer eigenen Schwäche bewusst sind und zum anderen Situationen meiden, in denen sie früher bereits gescheitert sind.
Die Bibel formuliert das nur wenig anders: „Wenn wir unsere Sünde bekennen, dann reinigt Er uns von aller Ungerechtigkeit ...“ und „... führe uns nicht in Versuchung ...“ (siehe Schriftstellen)
Es ist sicher sinnvoll, Internetadressen zu blockieren; den Computer nur zu benutzen, wenn der Partner im Raum ist; Orte und Plätze zu meiden, ... – so kreativ, wie ich bin um sündigen zu können sollte ich auch sein, um die Sünde zu vermeiden.
Sinnvoll ist auch eine Seelsorge, vielleicht außerhalb der jeweiligen Gemeinde. Das reduziert die eigene, gefühlte Peinlichkeit. Aber nochmal: Viele Menschen haben Schwierigkeiten: Die eigenen Probleme anzugehen ist ein mutiger Schritt nach vorne.
Und, ganz wichtig: Paulus schreibt, dass sich Ehepartner einander nicht enthalten sollen. Für mich ist das ein Versprechen, das Sexualität in unseren Ehen erfüllend sein bzw. werden kann.
Apropos Ehepartner: Es hilft nicht, mitzuschweigen. Nachzufragen, den eigenen Anteil erkennen, gemeinsame Lösungensuchen – das bricht Isolation auf.
Zum Schluss: Ich bin verheiratet, soll ich meinem Partner gestehen ?
Da gibt es keine generelle Antwort - lass uns mal unter vier Augen darüber reden.
Schriftstellen zum Thema:
3. Mose 18 : 6 - 30
Jeremia 3 : 2; 6 : 8
Hesekiel 16 : 31
Matthäus 15 : 19
Römer 1 : 26 – 27
1. Korinther 5 : 9
Epheser 5 : 3
1. Thessalonicher 4 : 3
1. Johannes 1 : 9 – 2 : 6
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