|
Einführung:
Was denn, eine offizielle Stellungnahme? In der Jakobus-Gemeinde wollen wir eine Gemeinschaft von Nachfolgern Jesu sein, die nach Seinen Geboten lebt. In dieser Gemeinschaft beeinflusst jeder den anderen – positiv oder negativ. Deshalb haben wir Grundwerte erarbeitet, die uns wichtig sind.
Was bedeutet eigentlich „Ökumene“ ?
Das Wort ist griechisch und bedeutet etwa „die gesamte Erde“ oder auch „das gemeinsame Haus“.
Im kirchlichen Kontext steht der Begriff für den Dialog der Kirchen. Es gibt unzweifelhaft Unterschiede in Lehre und Form. Allerdings gibt es natürlich auch Gemeinsamkeiten – wie kann ein Miteinander also aussehen ?
Richtig, und von denen gibt es ja sehr viele. Warum eigentlich ?
Mal ganz platt gesagt: Weil es so viele unterschiedliche Menschen gibt. Verschiedene Menschen meint auch verschiedene Temperamente und unterschiedliche Arten, mit Konflikten umzugehen. Man kann sich sicher vorstellen, dass es in 2.000 Jahren Kirchengeschichte zu Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Kirche gekommen ist. Das waren manchmal Fragen nach dem Schrift- oder Kirchenverständnis – oft aber auch einfach Machtfragen. Und manches Mal konnte man diese Konflikte nicht anders lösen, als sich zu trennen. Manches davon erscheint heute noch nachvollziehbar, anderes hat seine Bedeutung eingebüßt.
Aber sollte nicht gerade die Kirche ... ?
Jesus sagt, dass uns die Welt an unserer Liebe zueinander erkennen wird. Keine Frage, da sind wir oft schuldig geworden. Auch in Kirchen kommen Menschen nicht mehr miteinander aus, verletzen einander und sind in ihrem Umgang miteinander kein Zeugnis für ihren Herrn. Daran leidet die weltweite Kirche und daran leidet auch Gott.
Warum schießen Menschen aufeinander, nur weil sie unter-schiedlichen Glaubens sind ?
Da spielst Du sicher auf Religionskonflikte an, wie beispielsweise in Nordirland. Religion ist da sicher ein Streitpunkt, wenn auch nicht der alleinige. Es geht auch um wirtschaftliche, militärische und politische Macht. Aber es geht auch um Wahrheit. Und manchmal fühlen sich Menschen aufgerufen, ihre Sicht der Wahrheit mit allen Mitteln zu verteidigen. Ein Gott der Liebe und Versöhnung ist dann kaum noch zu erkennen. Du hast Recht; oft wurde Gott gründlich missverstanden und sein Name missbraucht.
Also vergessen wir lieber alle Unterschiedlichkeit?
Das können wir gar nicht, dazu lebt jeder zu sehr aus seiner eigenen Tradition heraus. Schriftverständnis, das Amt des Pastors, Ordination von Frauen – es gibt unterschiedliche Antworten auf solche Fragen. Wir wollen aber in einem konstruktiven Dialog auch die Dinge entdecken, die wertvoll in anderen Kirchen sind und so in unserer Tradition nicht zu finden sind. Moment mal – Jesus als Haupt welcher der vielen Kirchen ?
Nach unserem Verständnis ist Christus das Haupt jeder Kirche, die Ihn als den auferstandenen Sohn Gottes anerkennt. Die Kirche ist ein umfassender Begriff, der nicht eine Organisation oder eine Gruppe meint, sondern die Gemeinschaft der Gläubigen. So beten wir es im Apostolischen Glaubensbekenntnis – wer dieses Bekenntnis mitsprechen kann gehört zur Kirche Jesu Christi.
In unserer Diskussion geht es ja um Kirchen und Gemeinden. Aber klar ist auch: Rettung und ewiges Leben verleiht keine Kirche, sondern ist Gottes Angebot an den Einzelnen. Du kannst annehmen oder ablehnen, das kann keine Kirche für Dich tun.
Gleichgültig, ob ich römisch-katholisch, lutherisch, reformiert oder sonst was bin ?
Richtig. Also nochmal: Die Menge an Kirchen und Gemeinschaften ist für uns Ausdruck der Vielfalt des Glaubenslebens. Es gibt eher liturgisch geprägte Kirchen, andere sind eher modern in Stil und Gemeindeleben. Es gibt große und kleinere Kirchen und Gemeinden. Es gibt Kirchen mit einem strikten Amtsverständnis oder eher demokratisch organisierte. Schwer, den Überblick zu behalten, aber eben doch auch ein Vorteil.
Ein Vorteil ?
Einmal werden unterschiedliche Menschen durch unterschiedliche Frömmigkeitsstiele angesprochen. Entscheidend ist ja nicht so sehr, mit welchen Instrumenten und Texten wir Gott anbeten – entscheidend ist, dass es in Geist und Wahrheit geschieht.
Dann ist es ja sogar gut, wenn sich immer mehr Kirchen trennen .. ?
Na ja, so würde ich das nicht sehen. Ich glaube, dass Trennung von Christen Gott schmerzt. Andererseits warnt uns Gott vor einem verwässerten Glauben, der alles erlaubt und schließlich nicht mehr als Gottesglaube erkennbar ist.
Mein Ideal für die Jakobusgemeinde ist eine Einheit im Glauben an den auferstandenen Christus, aber ansonsten eine Freiheit in unterschiedlichen Gebets- und Frömmigkeitsstielen.
Dann gibt es also kein richtig oder falsch ?
Ökumene – und Du merkst, ich verwende das Wort auch für den Umgang miteinander in der eigenen Gemeinde – bedeutet ja auch “gemeinsames Haus”. Und natürlich haben wir eine “Hausordnung”, die im wesentlichen im apostolischen Glaubensbekenntnis festgehalten ist – wie alle anderen Kirchen auch.
Unser Ziel ist es, allein Jesus Christus in den Mittelpunkt unseres Glaubenslebens zu stellen, von Ihm allein Rettung und Sündenvergebung zu erwarten.
Sola fide, sola scriptura, sola gratia: Solus Christus – Nur durch Glaube, nur durch die Schrift, nur durch die Gnade: Durch Christus allein !
“Jeder muss in Einfalt und göttlicher Lauterkeit der Stimme des eigenen Gewissens folgen. Ein jeglicher sei seiner Meinung gewiß. Aber meine Überzeugung ist keine Regel für einen anderen. Ich frage nur: Ist dein Herz in der richtigen Stellung zu Gott? Glaubst du von Herzen an den Herrn Jesus Christus? Ist dein Glaube erfüllt mit der Energie der Liebe?
Ist es so, dann gib mir deine Hand! Damit meine ich nicht: Teile meine Überzeugung! Doch verneige dich mit mir im Werke Gottes. Bete für mich, damit Gott schnell das Verkehrte bei mir zurechtbringe und meinem Mangel abhelfe.” (John Wesley)
Was bedeutet das aber für das Miteinander in Lichtenrade ?
Wir sind dankbar für die gute Nachbarschaft von katholischer und evangelischer Kirche in Lichtenrade. Wir sind dankbar für das Miteinander von Landeskirchlicher Gemeinschaft und von Lichtenrader Christen, die zu anderen Gemeinden gehören.
Wir stellen fest, dass uns sehr viel mehr verbindet als uns trennt.
Auch als Zeugnis unseres gemeinsamen Glaubens feiern wir ökumenische Gottesdienste.
Mit den evangelischen Gemeinden führen wir darüber hinaus die Allianz- Gebetswoche durch, eine Gebetswoche, die traditionell jedes Jahr im Januar stattfindet. In unseren Gottesdiensten begrüßen wir Christen aus unterschiedlichen Hintergründen als Geschwister und Gäste.
Als Christen, gleich welcher Konfession, sind wir in Berlin keine große Gruppe mehr. Es ist wichtiger denn je, dass uns Nicht-Christen an unserer Liebe zueinander erkennen.
Das Apostolische Glaubensbekenntnis:
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen.
Den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn.
Empfangen durch den Heiligen Geist.
Geboren von der Jungfrau Maria.
Gelitten unter Pontius Pilatus.
Gekreuzigt, gestorben und begraben.
Hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.
Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist;
die heilige, christliche Kirche;
Gemeinschaft der Heiligen;
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
AMEN
Die Jakobus-Gemeinde ist eine evangelische Freikirche. Das bedeutet, dass rechtlich und organisatorisch gegenüber dem Staat das Prinzip der Selbstverwaltung und Selbstfinanzierung vertreten wird. Im Gegensatz zu Sekten vertreten die Freikirchen keine Sonderlehren.
Die Jakobus-Gemeinde und ihre Mitglieder wollen durch ihr Leben klar auf Jesus Christus hinweisen. Sündenvergebung, echter Friede und ewiges Leben kann nur durch Ihn geschenkt werden.
Deshalb fordern wir unsere Mitmenschen heraus:
Lasst Euch versöhnen mit Gott!
Wir wissen, dass ein Leben als Jünger Jesu nicht einfach ist. Schließlich wollen wir auch die für uns unbequemen Gebote Gottes ernst nehmen. Deshalb ist uns die Ermutigung in Kleingruppen und die Gemeinschaft untereinander so wichtig. Wir ermutigen einander, in Hauskreisen, ALPHA-Kursen, Gottesdiensten, Gebets- und Dienstgruppen nach Gemeinschaft und dem Willen Gottes für das eigene Leben zu suchen.
Wir wollen von unserem Glauben erzählen. Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wollen wir eine geistliche Heimat bieten, in der sie Gottes Liebe entdecken und leben können.
Leben mit Gott ist das ultimative Abenteuer. Wir laden Sie dazu ein: Mutig zu beginnen und durch die Führung des Heiligen Geistes ein erfülltes Leben zu führen.
Wolfgang Schwarzfischer, Pastor
|