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Das Abendmahl

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Gemälde von Leonardo da Vinci                          Entnommen: Wikipedia.com

Stellungnahme der Jakobus-Gemeinde zu einem Thema, das uns wichtig ist.

Einführung:

Wie hältst Du es mit dem Abendmahl? Eine Gretchenfrage in christlichen Kirchen und Gemeinschaften. Deshalb eine kurze Zusammenfassung des Abendmahlsverständnisses hier in unserer Jakobus-Gemeinde.

 

Abendmahl, Kommunion, Eucharistie – was bedeutet das alles?

Das Neue Testament berichtet, dass Jesus am Abend vor seiner Verhaftung noch einmal seine Freunde zu einem Abendessen einlud. Daher kommt der Begriff „Abendmahl“. Weil Jesus die Gemeinschaft mit seinen Freunden und Schülern so wichtig war, sprechen wir manchmal von „Kommunion“ - Gemeinschaft.

Das Wort „Eucharistie“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Lobpreis“. Obwohl der damalige Anlass auch ein trauriger war (Jesus nimmt Abschied), war es doch auch ein Hoffnungsmahl – Jesus verspricht noch einmal, dass er bereit ist, für die Sünde eines jeden einzelnen zu sterben – und somit jedem ewige Versöhnung mit Gott zu ermöglichen.

 

Das Abendmahl ist also...

... Erinnerung an Jesu Sterben und Auferstehen, ein Kraft-schöpfen für unseren Alltag als Christen, ein Eintauchen in die Gemeinschaft mit allen Christen und schließlich mit Gott selbst. Und ein Erkennen Gottes – das kann man bei den Emmausjüngern oder bei den Jüngern am See Tiberias nachlesen. Und schließlich ist es auch ein Pfand für das Versprechen Jesu, diese Gemeinschaft einmal in der Ewigkeit vollkommen zu machen.

 

Also, mal praktisch: Verändern sich durch die Zeremonie Brot und Wein irgendwie ?

Verstehe, die Frage befasst sich mit Jesu Worten: „Das ist mein Leib ... das ist mein Blut...“, wie das Neue Testament es beschreibt. Zuerst mal würde die chemische Analyse ergeben, das die Eigenschaften von Brot und Wein / Saft sich nach der Mahlfeier nicht verändert haben. Aber Eigenschaften sind ja nicht alles. Wir glauben zwar nicht, dass aus dem Brot tatsächlicher Leib Jesu und aus dem Wein / Saft tatsächliches Blut Jesu werden – trotzdem ist die Feier für uns heilig, sakral, Sakrament. Gott schenkt sich uns – das ist das größte Wunder überhaupt. Die Frage ist also nicht, wie sich Brot uns Wein /Saft verändern, sondern wie ich mich als der Beschenkte Gottes verändere.

Was soll denn immer der „/“ bei Wein / Saft?

Um alkoholkranken Menschen die Teilnahme am Abendmahl zu ermöglichen, feiern wir mit Traubensaft.

Und das zählt auch?

Ja, denn es kommt nicht auf den chemischen Prozess an: Saft, Wein, Essig – alles geht. Es kommt viel mehr auf den Prozess an, den Gott durch dieses Opfer in Dir weiterführt.

Also könnte man das Abendmahl auch mit, sagen wir mal, Chips und Limo feiern?

Ja, und z.B. gefangene Christen haben das auch getan. Andererseits ist die Symbolik von Brot und Wein so viel tiefer als die von Chips und Limo, daß wir in diesem Fall an der Tradition festhalten wollen.

 

Wer darf denn am Abendmahl teilnehmen?

Paulus schreibt, dass jeder, der das Opfer Christi „wertschätzt“, also für sich als heilsnotwendig ansieht, am Abendmahl teilnehmen kann. Da soll, so sagt Paulus, jeder sich selbst prüfen. Unser Verständnis dieser Schriftstelle ist, dass der Teilnehmer sein Leben mit Jesus leben will und das auch öffentlich bekennt. Das bedeutet auch, dass wir Jesus gehorchen. Wir müssen nicht sündlos sein, aber wir müssen bereit sein, gegen unsere Sünde mit Gottes heiligen Geist zu kämpfen. Gegen Sünde, nicht gegen Menschen. Deshalb ist das Abendmahl auch immer ein Testfall für meine Vergebungsbereitschaft.

 

Wie ist das denn mit der Teilnahme von Kindern?

Jesus sagt: „Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes,“ – und dort wird er mit den Anwesenden feiern. Also sind Kinder eingeladen, wenn sie das Opfer Jesu (siehe oben) wertschätzen. Ihnen sollte die Heiligkeit der Handlung klar sein – den teilnehmenden Erwachsenen übrigens auch ! Das setzt natürlich ein gewisses Alter und eine geistliche und geistige Reife voraus, sonst wird das Abendmahl einfach gewöhnlich. Und um den „Gewöhnungseffekt“ gering zu halten, feiern wir das Abendmahl etwa alle vier bis sechs Wochen.

 

Das bedeutet, ihr feiert nur in den Gottesdiensten?

Nein, auch bei Krankenbesuchen wird das Abendmahl gefeiert. Und in Absprache mit dem Pastor und dem Vorstand gelegentlich (z.B. im Rahmen des Pessachmahles am Gründonnerstag) auch in Hauskreisen, die das wünschen.

 

Und wie feiert ihr in den Gottesdiensten?

Meist gegen Ende eines Gottesdienstes bilden wir einen Kreis – symbolisch eben für den gemeinschaftlichen Aspekt des Abendmahles. Aus Platzgründen weichen wir im Sommer in den Gemeindegarten aus. Manchmal geht leider bei diesem „Umzug“ ein Teil der Feierlichkeit verloren, aber wir arbeiten dran ... Dann bekommt jeder, der teilnehmen möchte (die anderen, aus welchen Gründen auch immer, stehen im Kreis – denn sie gehören ja dazu – lassen Brot und Saft aber an sich vorbei gehen) ein Stück Brot. Das wird gemeinsam gegessen und ein kleiner Kelch, den jeder ebenfalls erhält, wird daran im Anschluss gemeinsam getrunken. Um noch einmal zu verdeutlichen, dass uns das Abendmahl über christliche Konfessionen, über Nationalitäten und Zeiten – bis in die Ewigkeit - hinaus verbindet, beten wir am Ende das „Vater Unser“.

 

Schriftstellen zum Thema:

 

Matthäus 26 : 26 - 30; Markus 14 : 22 - 26; 16 : 14;

Lukas 22 : 15 – 23; 24 : 30 – 35; Johannes 21 : 1 ff.

Korinther 10 : 17; 11 : 23 – 30;

Offenbarung 19 : 1 - 10

 

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